Produkte im Prospekt
Sodasan . Jürgen Hack und Kerstin Stromberg mit ersten Produkten auf einem Öko-Markt in Oldenburg im Jahre 1988. Gründung: 1982 Inhaber: Kerstin Stromberg und Jürgen Hack Sortiment: Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel, Seifen, Raumdüfte, Spül- und Desinfektionsmittel Zertifizierungen: Natural Care Products (NCP), CSE-Standard (Certified Sustainable Economics), Vegan-Label, Primaklima e.V. Besonderheiten: Alle Produkte mit Hautkontakt sind dermatologisch getestet, Sensitiv-Serie ohne Duftstoffe, Engagement für ökologische Landwirtschaft ZU BESUCH BEI SODASAN ie hat bei mir eine Metamorphose zum ökologisch denkenden Menschen ausgelöst«, erzählt uns Jürgen Hack schmunzelnd von seiner Lebenspart- nerin Kerstin Stromberg, die er in den 1970er-Jahren kennenlernte. Der studierte Chemiker hatte zunächst in der Erdölindustrie gearbeitet und war in aller Welt auf Bohrinseln unterwegs. Als Kerstin Stromberg, die bereits Mitglied in Lebensmittelkooperativen war und sich bio- logisch ernährte, einen Studienplatz in Göttingen be- kam, hängte er seinen Job an den Nagel und folgte ihr. Ende der 1970er-Jahre wurde ihm klar: Er wollte etwas herstellen. »Wir waren in der Göttinger Studenten- szene gut vernetzt und es gab dort einen Großhandel für Bio-Produkte. Dadurch war es relativ einfach, als ich beschloss, ökologische Alternativen zu Wasch- und Reinigungsmitteln herzustellen - der Vertrieb war von vornherein gesichert«, erinnert er sich. Damals waren biologische Abbaubarkeit und die - ab 2013 dann in Waschmitteln verbotenen - Phosphate ein Thema und es gab bei anderen Herstellern bereits Versuche, Phos- phat wegzulassen, die zunächst scheiterten. »Ich habe Produkte auf Seifenbasis entwickelt, weil Seife auch ohne Phosphate auskommt.« 1982 gründete Hack zusammen mit Kerstin Strom- berg das Unternehmen Sodasan Wasch- und Reinigungs- mittel GmbH. Während der Studienzeit lebten sie sieben Jahre im Kollektiv mit fünf, sechs Leuten. »Keinem gehörte irgendwas, allen gehörte alles«, so Hack. Sie fanden auf der Suche nach Wohnraum ein ehemaliges Ausflugsrestaurant außerhalb Göttingens, das an eine Brauerei angebunden war, und betrieben es als Kneipe und Disco, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen und die Waschmittel zu finanzieren. »Wir hatten keine großen Ansprüche«, erklärt er uns. Transparenz und Sicherheit Als sich das Kollektiv auflöste, zogen Hack und Strom- berg in die Nähe von Oldenburg auf einen ehemaligen Bauernhof, wo sie 25 Jahre lang produzierten. Nach und nach wurden immer mehr Mitarbeitende eingestellt. 2004 konnten sie das jetzige Produktionsgebäude in Uplengen günstig erwerben, errichteten Erweiterungs- bauten. »Wir wurden dann als Industriebetrieb einge- stuft, was erhebliche Konsequenzen hatte. Wenn man Seifen herstellt, ist man automatisch Tensid-Hersteller, und chemische Tenside unterliegen dem Bundes-Immis- sionsschutzgesetz (BlmSchG). Das war für uns eine riesi- ge Herausforderung, brachte aber auch mehr Struktur: Wir müssen jetzt alles dokumentieren, sind sehr trans- parent.« Alnatura Magazin April 2026 55
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