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Aktueller Prospekt Bauhaus - Gültig von 12.09 bis 26.09 - Seitenzahl 78

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Prospekt Bauhaus 12.09.2025 - 26.09.2025
Prospekt Lidl - Aktionsprospekt 1 Jun, 2026 - 6 Jun, 2026
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Prospekt Rossmann - Jetzt den ROSSMANN Angebote Blätterkatalog entdecken | rossmann.de 1 Jun, 2026 - 6 Jun, 2026
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Prospekt Lidl - Mai/Juni Reise-Highlights 12 Mai, 2026 - 15 Jun, 2026
Lidl - Mai/Juni Reise-Highlights
12 Mai, 2026 - 15 Jun, 2026
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KOLUMNE Marianne und Rudi Jan Weiler teilt wirklich gerne. Nur seinen Balkon hätte er lieber für sich allein. Als ein Tauben-Pärchen ungefragt einzieht, holt er sich Hilfe bei BAUHAUS icht, dass man mich falsch versteht: Ich mag alle N:- Auch Menschen. Jedenfalls ein paar davon. Und wenn ich jemanden mag, kann er alles von mir haben. Ich teile gerne, nur eines nicht: Wohnraum. Ich finde bewundernswert, dass Menschen in Wohnge- meinschaften miteinander hausen. Das gilt besonders für jene, die es sich nicht aussuchen können und eigentlich lieber allein wären. Ich habe über die Jahre alle Vorstöße, mich zu einem 'WG-Partner zu machen, dankend abgelehnt, und bei mir zieht auch niemand ein. Ich habe ein Gästezimmer, da wohnt mein Wäscheständer und damit basta. Doch nun wohnte fünf Wochen ein Pärchen bei mir. Marianne und Rudi. Siesind zum Glück nicht im Gästezimmer eingezogen, sondern auf meinem Balkon. Und das ist schon schlimm genug. Marianne und Rudisind Tauben. Zuerst waren aber nicht sie da, sondern ihre Kacke. Als ich von einer Reise zurückkehrte, stellte ich fest, dass man sich mehrfach, offenbar täglich, auf meinem Balkon verewigt hatte. Ohne Fachmann zu sein, schloss ich von der Größe und vom Aussehen der Kleckse auf Tauben. Und schon am nächsten Tag erwischte ich sie dabei, wie sie auf meinem Geländer saßen, die Aussicht genossen und dabei seelenruhig meinen Balkon vollkackten. Sie blieben sogar sitzen, als ich rauskam, um sie zu verscheuchen. Die beiden drehten die Köpfe und sahen mich an, als wollten sie zwei ‚Aperol Spritz bei mir bestellen. Dann hüpften sie mit einem eleganten Flügelschlag auf den Baum neben dem Haus. Ich hielt eine Gefährderansprache und verbot den bei- den, bei mir Platzzu nehmen. Rudi gurrte. Marianne guckte, Danngingich rein, und alsich später noch einmal nachsah, 78 www.bauhaus.info DER SCHRIFTSTELLER Jan Weiler sorgte mit seinem „Pubertier” für Aufsehen. Seine Geschichten über Kinder im schwierigen Alter wurden fürs Kino verfilmt, 2017 gab es zudem eine TV-Serie. 2020 erschien sein kolumnenband „Die Ältern“, 2022 sein Roman „Der Markisen- mann”, Weiler lebt in Umbrien und München, wo er gern Ausflüge ins nächst- gelegene BAUHAUS unternimmt war daein neuer Taubenschiss. Direkt neben dem Geländer. In den Wochen danach hatten wir Diskussionen, wie man siein WGs erlebt. Ich regte mich über ihr asoziales Verhalten auf, sie guckten und gurrten. Ich meine, das ist doch frech: Die zahlen nicht einmal Miete. Sie bringen den Müll nicht runter, und sie kaufen nie etwas ein. Aber gurren, gucken und kacken. Und dann haben sie es übertrieben. Ich hatte Besuch und grillte. Zwischendurch gingen wir rein, um den Salat zu holen. Und als wir damit wieder rauskamen, hatte Rudi-es war ganz bestimmt Rudi - mitten auf den Tisch gemacht und war auf den Baum nebenan getürmt, von wo er mich frech angurrte. Da entschied ich mich für Mord. Aber wie? Man kann sich ein Kleinkalibergewehr besorgen und die Kollegen vom Baum ballern. Ich nehme aber an, dass das verboten ist. Esist auch grob. Und außerdem kann man da- bei das Ziel verfehlen und die 92 Jahre alte Nachbarin beim Wäscheaufhängen abknallen. Diese Lösung fiel also aus und weil mir sonst keine kam, fuhr ich ins BAUHAUS Fachcentrum und fand eine Fachberaterin. Ich schilderte ihr mein Zusammenleben mit Rudi und Marianne, sie nickte ernst, und als ich sagte, dass ich sie töten, umlegen, ausknipsen und wegpusten wolle, schüttelte sie den Kopf. Sie erklärte mir, dass Tauben im Grunde nur so sind, weil wir sie so gemacht haben. Die armen Geschöpfe sind allesamt Nachkommen von einst domestizierten Haus- und Brieftauben. Irgendwann wur- den sie nicht mehr gebraucht und entlassen. Nun müssen sie irgendwie klarkommen. Unbeliebt und ständig am Ver- ‚hungern müssen sie manchmal sogar Plastik oder Kippen fressen, um über die Runden zu kommen. Sie sind Versto- Bene. Sie zu töten, sei ziemlich mies, sagte die Dame von BAUHAUS. Und man biete dafür auch nichts an. Ichmochte diese Haltung und schämte mich für meine Mordlust. Ande- rerseits möchte ich die Biester trotzdem nicht auf meinem Balkon haben. ‚Auf meine Frage, wie ich Marianne und Rudihalbwegs friedlich loswerde, sagte sie, dass man sie vielleicht gar nicht loswerden sollte, bloß auf Abstand halten. Dafür zeigte sie mir ein paar Produkte, und dann sagte sie, am besten hel- fe bei ihr ein funkelnder Sonnenreflektor, der die Tauben irritiere und vom Anflug abhalte, ihnen aber nicht schade. Ich kaufte so ein Ding und brachte es mit wenigen Hand- griffen unterhalb des Balkondachs an. Tatsächlich: Esfunk- tioniert. Manchmal sehe ich Marianne und Rudi im Baum. Ich winke dann, aber sie winken nicht zurück. Ich glaube, sie sind sauer. Besser sie als ich. = ILLUSTRATIONEN: Till Hafenbrak, Uli Knörzer

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KOLUMNE Marianne und Rudi Jan Weiler teilt wirklich gerne. Nur seinen Balkon hätte er lieber für sich allein. Als ein Tauben-Pärchen ungefragt einzieht, holt er sich Hilfe bei BAUHAUS icht, dass man mich falsch versteht: Ich mag alle N:- Auch Menschen. Jedenfalls ein paar davon. Und wenn ich jemanden mag, kann er alles von mir haben. Ich teile gerne, nur eines nicht: Wohnraum. Ich finde bewundernswert, dass Menschen in Wohnge- meinschaften miteinander hausen. Das gilt besonders für jene, die es sich nicht aussuchen können und eigentlich lieber allein wären. Ich habe über die Jahre alle Vorstöße, mich zu einem 'WG-Partner zu machen, dankend abgelehnt, und bei mir zieht auch niemand ein. Ich habe ein Gästezimmer, da wohnt mein Wäscheständer und damit basta. Doch nun wohnte fünf Wochen ein Pärchen bei mir. Marianne und Rudi. Siesind zum Glück nicht im Gästezimmer eingezogen, sondern auf meinem Balkon. Und das ist schon schlimm genug. Marianne und Rudisind Tauben. Zuerst waren aber nicht sie da, sondern ihre Kacke. Als ich von einer Reise zurückkehrte, stellte ich fest, dass man sich mehrfach, offenbar täglich, auf meinem Balkon verewigt hatte. Ohne Fachmann zu sein, schloss ich von der Größe und vom Aussehen der Kleckse auf Tauben. Und schon am nächsten Tag erwischte ich sie dabei, wie sie auf meinem Geländer saßen, die Aussicht genossen und dabei seelenruhig meinen Balkon vollkackten. Sie blieben sogar sitzen, als ich rauskam, um sie zu verscheuchen. Die beiden drehten die Köpfe und sahen mich an, als wollten sie zwei ‚Aperol Spritz bei mir bestellen. Dann hüpften sie mit einem eleganten Flügelschlag auf den Baum neben dem Haus. Ich hielt eine Gefährderansprache und verbot den bei- den, bei mir Platzzu nehmen. Rudi gurrte. Marianne guckte, Danngingich rein, und alsich später noch einmal nachsah, 78 www.bauhaus.info DER SCHRIFTSTELLER Jan Weiler sorgte mit seinem „Pubertier” für Aufsehen. Seine Geschichten über Kinder im schwierigen Alter wurden fürs Kino verfilmt, 2017 gab es zudem eine TV-Serie. 2020 erschien sein kolumnenband „Die Ältern“, 2022 sein Roman „Der Markisen- mann”, Weiler lebt in Umbrien und München, wo er gern Ausflüge ins nächst- gelegene BAUHAUS unternimmt war daein neuer Taubenschiss. Direkt neben dem Geländer. In den Wochen danach hatten wir Diskussionen, wie man siein WGs erlebt. Ich regte mich über ihr asoziales Verhalten auf, sie guckten und gurrten. Ich meine, das ist doch frech: Die zahlen nicht einmal Miete. Sie bringen den Müll nicht runter, und sie kaufen nie etwas ein. Aber gurren, gucken und kacken. Und dann haben sie es übertrieben. Ich hatte Besuch und grillte. Zwischendurch gingen wir rein, um den Salat zu holen. Und als wir damit wieder rauskamen, hatte Rudi-es war ganz bestimmt Rudi - mitten auf den Tisch gemacht und war auf den Baum nebenan getürmt, von wo er mich frech angurrte. Da entschied ich mich für Mord. Aber wie? Man kann sich ein Kleinkalibergewehr besorgen und die Kollegen vom Baum ballern. Ich nehme aber an, dass das verboten ist. Esist auch grob. Und außerdem kann man da- bei das Ziel verfehlen und die 92 Jahre alte Nachbarin beim Wäscheaufhängen abknallen. Diese Lösung fiel also aus und weil mir sonst keine kam, fuhr ich ins BAUHAUS Fachcentrum und fand eine Fachberaterin. Ich schilderte ihr mein Zusammenleben mit Rudi und Marianne, sie nickte ernst, und als ich sagte, dass ich sie töten, umlegen, ausknipsen und wegpusten wolle, schüttelte sie den Kopf. Sie erklärte mir, dass Tauben im Grunde nur so sind, weil wir sie so gemacht haben. Die armen Geschöpfe sind allesamt Nachkommen von einst domestizierten Haus- und Brieftauben. Irgendwann wur- den sie nicht mehr gebraucht und entlassen. Nun müssen sie irgendwie klarkommen. Unbeliebt und ständig am Ver- ‚hungern müssen sie manchmal sogar Plastik oder Kippen fressen, um über die Runden zu kommen. Sie sind Versto- Bene. Sie zu töten, sei ziemlich mies, sagte die Dame von BAUHAUS. Und man biete dafür auch nichts an. Ichmochte diese Haltung und schämte mich für meine Mordlust. Ande- rerseits möchte ich die Biester trotzdem nicht auf meinem Balkon haben. ‚Auf meine Frage, wie ich Marianne und Rudihalbwegs friedlich loswerde, sagte sie, dass man sie vielleicht gar nicht loswerden sollte, bloß auf Abstand halten. Dafür zeigte sie mir ein paar Produkte, und dann sagte sie, am besten hel- fe bei ihr ein funkelnder Sonnenreflektor, der die Tauben irritiere und vom Anflug abhalte, ihnen aber nicht schade. Ich kaufte so ein Ding und brachte es mit wenigen Hand- griffen unterhalb des Balkondachs an. Tatsächlich: Esfunk- tioniert. Manchmal sehe ich Marianne und Rudi im Baum. Ich winke dann, aber sie winken nicht zurück. Ich glaube, sie sind sauer. Besser sie als ich. = ILLUSTRATIONEN: Till Hafenbrak, Uli Knörzer
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