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Aktueller Prospekt Das Futterhaus - Gültig von 01.11 bis 30.11 - Seitenzahl 7

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Prospekt Das Futterhaus 01.11.2025 - 30.11.2025
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Alte Nutztierrassen: Mehr als Nostalgie im Stall ZWISCHEN VORWERKHUHN UND POMMERNSCHAF Dass viele Wildtiere aussterben, ist allgemein bekannt. Dass alle zwei Wochen eine Nutztierrasse für immer verschwindet, wissen die Wenigsten. Der Hof von Inken Mohr ist einer von über 100 Arche-Höfen, die sich für den Erhalt alter Nutztierrassen einsetzen. Fotos: Magdalena Stockschläder, www.hundertblicke.eu angeweile kennt Inken Mohr nicht. In das Leben abseits ihres Jobs im öffentlichen Dienst stürzt sie sich bevorzugt barfuß. Raus aus den Schuhen, rein ins Hofleben mit Ferienvermietung. Die Wolle vor dem Haus zeugt noch vom Schafschurseminar am Wo- chenende, im Laufe des Tages reisen noch Feriengäste an - und dann sind da noch die tierischen Mitbewohner. „Meine Eltern haben einen Hof, und ich wollte das eigentlich nie“, lacht Inken Mohr. Wer sich von ihr Ställe, Weiden und Tiere zeigen lässt, merkt jedoch schnell, dass sie mit ganzem Herzen liebt, was sie tut. Die imposante Angler Sattelschwein- dame lässt sich genüsslich von ihr den borstigen Rücken kraulen und die frisch geschorenen Skudden verleiben sich trotz eigenwilliger neuer Frisur fröhlich einen Snack aus ihrer Hand ein. Für die Feriengäste steht bereits ein frisch gebackener Kuchen auf dem Tisch unterm Apfelbaum. „Unser Hofkonzept war ein Kompromiss. Mein Freund hat sich die Tiere gewünscht, ich die Ferienvermietung. Nun haben wir hier beides.“ KULTURGUT UND GENETISCHES ERBE Als einer von rund 100 Arche-Höfen ist Bredland mit seinem Bullerbü- Charme in vielerlei Hinsicht ein besonderer Ort. Wie der reetgedeckte Hof von 1880, haben die hier lebenden Nutztierrassen eine historische Geschichte. Über Jahrhunderte wurden sie an regionale Bedingungen angepasst, haben mit ihrem Dasein Landstriche geprägt. Sie sind leben- des Kulturgut, das nicht nur in Vergessenheit geraten, sondern sogar vom Aussterben bedroht ist. Allein in Deutschland stehen über 100 alte Rassen auf der „Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen.“ Anders als bei der modernen Zucht lag der Fokus dieser alten Rassen nicht auf maximaler Leistung, sondern auf Viel- seitigkeit. Mit ihrer meist guten Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankhei- ten und Witterung tragen sie eine wichtige genetische Vielfalt in sich, die mit Blick auf Krankheitsresistenz oder Klimaanpassung bei zukünftigen Zuchtprogrammen essenziell sein kann. Nicht nur kulturell, auch land- wirtschaftlich und ökologisch ist ihr Erhalt eine Investition in die Zukunft. ERLEBEN UND VERSTEHEN Inken Mohr kommt ursprünglich aus dem Kreis Stormarn, ihr Freund Hardy von der Nordseeinsel Föhr. Er war es, der die Liebe zu alten Nutz- tierrassen mitbrachte. Die Suche nach dem perfekten Ort für die beiden führte sie vor über zwanzig Jahren nach Blunk - ein 600-Seelen-Ört- chen, eingebettet in Wiesen, Wald und Moor inmitten von Seen. „Ich bin damals rumgefahren und habe mir erst die Reitwege angeschaut und dann die Häuser“, erinnert sich die passionierte Wanderreiterin. Heute bietet ihr Hof Platz für insgesamt 16 Gäste — im gemütlichen Reetdach- haus, dem kleinen Schäferwagen oder im Weidewagen auf der Haus- koppel. Die gelernte Konditorin arbeitete lange als Hotel- und Restau- rantfachfrau in leitender Position in der Sternegastronomie. Ihr Freund ist in der Jugendarbeit tätig. Die beiden wissen, wie ein Ort entsteht, an dem die Seele baumelt und das Interesse für ihre Arbeit gedeiht. Gezüchtet werden auf dem Arche-Hof Bredland das Schwarzwälder Kaltblut, das Angler Sattelschwein, das Pommernschaf, die Skudde, der Meißner Widder und das Vorwerkhuhn. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH e. V.) hat dafür klare Vor- ‚gaben definiert: Mindestbestandsgrößen sowie der gezielte Austausch von Tieren mit anderen Züchtern sichern die nachhaltige Zuchtarbeit. Die Auszeichnung „Arche-Hof“ wird von der GEH verliehen und die hohen Anforderungen an die Höfe werden jährlich von der GEH kon- trolliert. Mittlerweile zählt der bundesweite Verein über 2100 Mitglieder, darunter neben Landwirten und Tierzüchtern auch Vertreter aus der ‚Agrarwirtschaft, Biologie oder der Veterinärmedizin. DAS FUTTERHAUS | SEITE7

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Alte Nutztierrassen: Mehr als Nostalgie im Stall ZWISCHEN VORWERKHUHN UND POMMERNSCHAF Dass viele Wildtiere aussterben, ist allgemein bekannt. Dass alle zwei Wochen eine Nutztierrasse für immer verschwindet, wissen die Wenigsten. Der Hof von Inken Mohr ist einer von über 100 Arche-Höfen, die sich für den Erhalt alter Nutztierrassen einsetzen. Fotos: Magdalena Stockschläder, www.hundertblicke.eu angeweile kennt Inken Mohr nicht. In das Leben abseits ihres Jobs im öffentlichen Dienst stürzt sie sich bevorzugt barfuß. Raus aus den Schuhen, rein ins Hofleben mit Ferienvermietung. Die Wolle vor dem Haus zeugt noch vom Schafschurseminar am Wo- chenende, im Laufe des Tages reisen noch Feriengäste an - und dann sind da noch die tierischen Mitbewohner. „Meine Eltern haben einen Hof, und ich wollte das eigentlich nie“, lacht Inken Mohr. Wer sich von ihr Ställe, Weiden und Tiere zeigen lässt, merkt jedoch schnell, dass sie mit ganzem Herzen liebt, was sie tut. Die imposante Angler Sattelschwein- dame lässt sich genüsslich von ihr den borstigen Rücken kraulen und die frisch geschorenen Skudden verleiben sich trotz eigenwilliger neuer Frisur fröhlich einen Snack aus ihrer Hand ein. Für die Feriengäste steht bereits ein frisch gebackener Kuchen auf dem Tisch unterm Apfelbaum. „Unser Hofkonzept war ein Kompromiss. Mein Freund hat sich die Tiere gewünscht, ich die Ferienvermietung. Nun haben wir hier beides.“ KULTURGUT UND GENETISCHES ERBE Als einer von rund 100 Arche-Höfen ist Bredland mit seinem Bullerbü- Charme in vielerlei Hinsicht ein besonderer Ort. Wie der reetgedeckte Hof von 1880, haben die hier lebenden Nutztierrassen eine historische Geschichte. Über Jahrhunderte wurden sie an regionale Bedingungen angepasst, haben mit ihrem Dasein Landstriche geprägt. Sie sind leben- des Kulturgut, das nicht nur in Vergessenheit geraten, sondern sogar vom Aussterben bedroht ist. Allein in Deutschland stehen über 100 alte Rassen auf der „Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen.“ Anders als bei der modernen Zucht lag der Fokus dieser alten Rassen nicht auf maximaler Leistung, sondern auf Viel- seitigkeit. Mit ihrer meist guten Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankhei- ten und Witterung tragen sie eine wichtige genetische Vielfalt in sich, die mit Blick auf Krankheitsresistenz oder Klimaanpassung bei zukünftigen Zuchtprogrammen essenziell sein kann. Nicht nur kulturell, auch land- wirtschaftlich und ökologisch ist ihr Erhalt eine Investition in die Zukunft. ERLEBEN UND VERSTEHEN Inken Mohr kommt ursprünglich aus dem Kreis Stormarn, ihr Freund Hardy von der Nordseeinsel Föhr. Er war es, der die Liebe zu alten Nutz- tierrassen mitbrachte. Die Suche nach dem perfekten Ort für die beiden führte sie vor über zwanzig Jahren nach Blunk - ein 600-Seelen-Ört- chen, eingebettet in Wiesen, Wald und Moor inmitten von Seen. „Ich bin damals rumgefahren und habe mir erst die Reitwege angeschaut und dann die Häuser“, erinnert sich die passionierte Wanderreiterin. Heute bietet ihr Hof Platz für insgesamt 16 Gäste — im gemütlichen Reetdach- haus, dem kleinen Schäferwagen oder im Weidewagen auf der Haus- koppel. Die gelernte Konditorin arbeitete lange als Hotel- und Restau- rantfachfrau in leitender Position in der Sternegastronomie. Ihr Freund ist in der Jugendarbeit tätig. Die beiden wissen, wie ein Ort entsteht, an dem die Seele baumelt und das Interesse für ihre Arbeit gedeiht. Gezüchtet werden auf dem Arche-Hof Bredland das Schwarzwälder Kaltblut, das Angler Sattelschwein, das Pommernschaf, die Skudde, der Meißner Widder und das Vorwerkhuhn. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH e. V.) hat dafür klare Vor- ‚gaben definiert: Mindestbestandsgrößen sowie der gezielte Austausch von Tieren mit anderen Züchtern sichern die nachhaltige Zuchtarbeit. Die Auszeichnung „Arche-Hof“ wird von der GEH verliehen und die hohen Anforderungen an die Höfe werden jährlich von der GEH kon- trolliert. Mittlerweile zählt der bundesweite Verein über 2100 Mitglieder, darunter neben Landwirten und Tierzüchtern auch Vertreter aus der ‚Agrarwirtschaft, Biologie oder der Veterinärmedizin. DAS FUTTERHAUS | SEITE7
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