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SUPERNASE FÜR DEN ARTENSCHUTZ Papageienfedern, Steinkorallenstücke, Schmuck aus Elfenbein oder Schlangenleder: Die meisten Verstöße gegen die Artenschutzbestimmungen werden von Urlauberinnen und Urlaubern begangen. Eine besondere Nase für verbotene, exotische Souvenirs hat Parson Russell Terrier Matz. Mit seinem Spürsinn leistet der Zollhund einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz. Fotos: Magdalena Stockschläder, wwwhundertblicke.eu er illegale Handel mit exotischen Tieren und Pflanzen ist ein lu- kratives Geschäft. Allerlei Andenken, die in Urlaubsländern an Touristen verkauft werden, sind aus geschützten Pflanzen oder Tieren hergestellt - von der Muschelkette bis hin zur Handyhülle aus Schlan- genleder. Was vielen nicht bewusst ist: der Kauf dieser Souvenirs trägt zum Raubbau an der Natur bei und minimiert die bedrohten Bestände artengeschützter Tiere und Pflanzen. Jährlich stellt der Zoll mehrere zehntausend geschützte Tiere, Pflanzen und daraus hergestellte Waren sicher. Angesichts der Vielzahl an Reisenden aus aller Herren Länder keine leichte Aufgabe. CHECK PER NASE Über 150 Maschinen landen allein täglich auf dem Hamburger Flugha- fen - an Bord Unmengen Gepäck. Einsatzgebiet für Spürhund Matz und Hundeführerin Sina T. vom Zoll. Matz ist einer vonfünf Hunden am Ham- burg Airport Helmut Schmidt. Jeder Vierbeiner hat sein persönliches Einsatzgebiet. Als Artenschutzhund ist Matz auf verbotene Mitbringsel spezialisiert und im Schichtdienst für die Kontrolle der Koffer zuständig. Damit ist er einer von insgesamt nur sieben Artenschutzhunden in ganz Deutschland. Wird er fündig, friert er ein. Für Sina T. das Signal, einen genauen Blick in das Gepäckstück zu werfen: „Der aus Hundenasen- sicht für mich beeindruckendste Fund war ein Hartschalenkoffer, in dem zwei daumennagelgroße Muscheln steckten.“ Das Knacken des klickers befreit Matz aus seiner Starre. Sina T. holt den Ball aus der Si- cherheitsweste und es beginnt ein ausgelassenes Spiel. Die Belohnung für den Fund und Matz’ Antrieb, aus dem er auch nach Jahren hoch motiviert auf der Dienststelle erscheint. Die Geschwindigkeit, mit der Matz die Kofferreihen scannt, ist atem- beraubend. Er braucht wenige Sekunden, um zu entscheiden, ob ein Gebäckstück etwas Verbotenes enthält oder nicht. Damit ist er deutlich schneller als eine händische Kontrolle durch Zollbeamte. An einem Ar- beitstag schafft Matz je nach Maschinengröße das Gepäck von bis drei Flugzeugen. Das sind in etwa 1.000 Koffer. Was für Matz ein anspruchs- volles Spiel ist, hat einen ernsten Hintergrund und kann für Reisende schwerwiegende Konsequenzen haben. „Zum Schutz der Artenvielfalt beschlagnahmt der Zoll bei Einreise konsequent Mitbringsel, die gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen verstoßen“, erklärt Jan We- ber, Pressesprecher des Zolls. „Je nach Art des Verstoßes können Buß- gelder in Höhe von bis zu 50.000€ verhängt werden.“ ABKOMMEN FÜR DEN ARTENSCHUTZ Angesichts des dramatischen Rückgangs vieler Arten durch Wilderei und internationalen Handel trat 1975 das „Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (CITES)“ in Kraft, besser bekannt als Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA). Deutschland gehörte zu den Erstunterzeichnern. Heute vereint das Übereinkommen weltweit 185 Vertragsparteien, also knapp 95 Prozent aller Staaten der Welt. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen umfasst derzeit etwa 6610 Tier- und 34.310 Pflanzenarten. Die hohe Zahl verdeutlicht die Krise des Artensterbens. Wissenschaftlerinnen und wis- senschaftler gehen davon aus, dass in den nächsten Jahrzehnten eine Million Arten vom Aussterben bedroht sein werden. Der internationale Handel ist dabei nach wie vor eine entscheidende Gefährdungsursache. EINGESPIELTES TEAM Terrier Matz ist der zweite Spürhund, mit dem Sina T. Heim und Dienst- stelle teilt. Ihre Laufbahn als Hundeführerin begann 2005, als der Ham- burger Flughafen anlässlich der Vogelgrippe erstmals den Einsatz von Spürhunden forcierte. Eine Chance, die sich die hundebegeisterte Zollbeamtin nicht entgehen ließ. Die Ausbildung von Artenschutzhun- den gab es zu diesem Zeitpunkt in der heutigen Form noch gar nicht. Sina T. beteiligte sich mit ihrem ersten Diensthund am Pilotprojekt Ar- tenschutzhund. „Anders als etwa im Rauschgiftbereich gibt es keinen Grundstoff, auf den der Hund trainiert wird. Jeder Stoff muss einzeln gelernt und immer wieder trainiert werden, damit er nicht in Verges- senheit gerät.“ Trotz der Komplexität erweist sich der Einsatz von Ar- tenschutzhunden als Erfolg. DAS FUTTERHAUS | SEITE9
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