Produkte im Prospekt
Iles begann im Jahr 1958 an Weihnach- A ten in Kerkrade in den Niederlanden: Enny Wolak, jung und idealistisch, will Menschen helfen, denen es schlechter geht als ihr. Sie sammelt damals Spenden für die sizilia- nische Bevölkerung, für Fischer, die in prekären Verhältnissen leben, und für unterernährte Kin- der. Wenig später gründet sie zusammen mit Paul Meijs SOS, einen Ausschuss zur Unterstüt- zung unterentwickelter Regionen. Das gemein- same Engagement ist der Startschuss für eine Unternehmung, die von nun an auf fairen Han- del ausgelegt ist. Denn Paul Meijs ist der Auf- fassung: »Es ist besser, fairen Handel zu betrei- ben, als Spenden zu verteilen.« Sein Mut und Tatendrang geben ihm Recht: 1973 importiert er 50000 Kilogramm fairen Kaffee, den er aus seinem Kofferraum heraus an Privatpersonen, Schulen und Organisationen verkauft - der Be- ginn einer Bewegung, die sich über die ganze Welt ausbreitet und 1988 ihren nächsten Mei- lenstein erreicht: die Einführung des Fairtrade- Siegels durch Max Havelaar. Von nun an sieht man direkt am Produkt, dass Landwirtinnen, Landwirte und alle Verarbeitenden einen fairen Preis dafür erhalten. Auf Fairtrade-Kaffee fol- gen im Laufe der Jahre viele weitere Fairtrade- Produkte. Seit 2006 sind sie unter dem Marken- namen Fairtrade Original in den niederländischen Supermärkten und seit 2017 im deutschen Han- del erhältlich. Langfristige Hilfe für mehr Einkommen Das Engagement von damals zieht sich bis heute durch: »Wir zahlen den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, wo es möglich ist, den Referenzpreis für ein existenzsicherndes Ein- kommen, der für jede Lieferkette, jedes Land und jede Region neu berechnet und festgelegt wird«, erklärt Miriam Spykermann. Seit gut einem Jahr ist sie für die Kommunikation und das Marketing des niederländischen Unterneh- mens im deutschsprachigen Raum zuständig. »Ich habe vorher schon im Bereich nachhaltige Agrarlieferketten gearbeitet. Fairtrade Original war dann mein Wunscharbeitgeber.« Der Haupt- sitz ist in Culemborg in den Niederlanden, also dort, wo auch der Ursprung der Unternehmung liegt. »Unser Anspruch ist es grundsätzlich, langfristig Unterstützung zu geben. Wir verbes- sern die Strukturen vor Ort, stärken die Ge- meinden und unterstützen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern auch bei weiteren Projekten«, erzählt die Kommunikatorin stolz. Dafür werden teils schon bestehende Fairtrade-Ketten genutzt oder neue entwickelt. »Wir wägen immer ab: Was macht wirklich Sinn? Wie können wir die Menschen am besten unterstützen?« Es geht nicht immer nur um Geld und Güter, sondern vor allem auch darum, beratend zur Seite zu stehen; zum Beispiel mit Schulungen zur Bewäs- serung, zu Solarenergie oder zum Umgang mit organischem Dünger. »Wir erhalten durchweg positive Resonanz von den Menschen vor Ort zu unseren Trainings und hören oft, dass sie ihr Einkommen dadurch deutlich erhöhen konnten. Das ist natürlich das Schönste für uns«, so Miriam Spykermann. Auf Reis folgt Soja Die direkte Kommunikation mit den Kleinbäue- rinnen und Kleinbauern ist essenziell bei allen Projekten. Denn nur so können die Bedürfnisse verstanden und konkret auf sie eingegangen Intakte, produktive Felder sichern die Existenz der Anbau- partner und sind entscheidend für die Qualität der daraus resultie- renden Produkte. »Unser Anspruch ist es grundsätzlich, langfristig Unterstützung zu geben.« Miriam Spykermann, Kommunikatorin von Fairtrade Original Alnatura Magazin Dezember 2025 37
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