Produkte im Prospekt
Majestätisches Geweih, tiefer Brunftruf und ein ehrfurchterweckender Auftritt: Der Rothirsch gilt als König des Waldes. Doch seine Majestät hat zu kämpfen. Prof. Dr. Klaus Hackländer, Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, über das langsame Verschwinden des Rothirschs. Was fasziniert Sie an Rothirschen am meisten? Der Rothirsch ist nicht nur imposant, sondern auch aufgrund seiner ausgeprägten Sozialstruktur und seiner ökologischen Funktion eine spannende Wildtierart. Er ist einer der letzten großen Pflanzenfresser in Deutschland, die wir noch in freier Wildbahn erleben dürfen. Wie geht es dem Rothirsch heute - müssen wir uns Sor- gen machen? In Deutschland gibt es noch bis zu 250.000 Rothirsche. Vie- lerorts geht die genetische Vielfalt unter ihnen zurück. Das wirkt sich auf die Kondition und Fortpflanzungsleistung der Tiere aus. Es kommt zu körperlichen Deformationen wie ver- kürzten Unterkiefern. Grund für diese genetische Verarmung sind physische Barrieren in unserer Landschaft, die den Aus- tausch zwischen den Populationen verhindern. Außerdem unterbinden gesetzliche Vorgaben die Ausbreitung der Art: Der Rothirsch wird nur auf knapp 25 Prozent der Landesflä- che geduldet. Ein ausgewachsenes Tier frisst täglich bis zu 20 Kilogramm Pflanzen. Einem zu großen Verbiss versucht man durch Jagd beizukommen und dadurch die Waldverjüngung voranzutreiben - eine eigentlich wichtige Maßnahme für den Klimaschutz. Doch hoher Jagddruck verletzt den Tierschutz. Gleichzeitig wird der Rothirsch durch intensive Bejagung noch scheuer - und damit noch schwerer zu bejagen. Ein Teufelskreis, der nicht zum Ziel führt. Gibt es Regionen, in denen der Rothirsch besonders ge- fährdet ist? In den Bundesländern, in denen der Rothirsch nur begrenzt geduldet wird, müssen wir uns die größten Sorgen machen. Das ist vor allem in Bayern und Baden-Württemberg der Fall. Die einzelnen Bestände sind zum Teil so weit voneinander entfernt, dass kein genetischer Austausch stattfindet. Dazu verhindern jagdgesetzliche Regelungen vielerorts die Wan- derungen der Tiere. Und selbst wenn sie sich frei bewegen dürfen, werden sie oft von Barrieren wie Autobahnen, Bahn- trassen oder Kanälen gestoppt. In Baden-Württemberg wur- de die Regelung nun entschärft, sodass männliche Tiere au- ßerhalb der festgelegten Rothirschbezirke wandern dürfen. Ein erster wichtiger Schritt. DAS FUTTERHAUS | SEITE 37 ea 1113 je 3 N VOLLE ENERGIE MIT JEDEM BISSEN earl| 10V
| Name | Details |
|---|