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GESELLSCHAFT / Erholung ndlich Sommer! Das ist die Zeit, für E die viele einen Urlaub planen und sich mal so richtig erholen wollen. Doch so einfach ist das gar nicht. Je anstrengender der Alltag, desto höher der Anspruch an die Auszeit. Sie soll die Batterien aufladen, Ermü- dungserscheinungen lindern. Aber wie geht das? Kommt es auf das richtige Reiseziel an? Oder die perfekte Urlaubsdauer? Verena Haun setzt sich beruflich mit sol- chen Fragen auseinander. Sie ist Psychologin und Professorin für Arbeits- und Organisati- onspsychologie an der Universität Würzburg und wertete unter anderem in einer Meta- analyse gemeinsam mit anderen Forschern über 30 Studien dazu aus, welche Interventi- onen Menschen dabei helfen, nach der Arbeit mental abzuschalten und sich zu erholen. „In meinem Forschungsfeld ergeben sich ständig neue Fragen, weil sich auch die Arbeitswelt ständig verändert‘, berichtet sie. Durch Phä- nomene wie Homeoffice, Digitalisierung oder steigende Mobilität verschwimmen die Gren- zen zwischen Arbeits- und Privatleben immer mehr. Das Abschalten vom Job wird schwieri- ger. Und immer mehr Menschen fragen sich: Wie erhole ich mich richtig? 18 GIPFELBLICK Manchmal muss man die Perspek- tive wechseln, damit die Probleme zu Hause kleiner erscheinen OD) KLEINE PAUSE Fünf Tipps für Erholung im Alltag 1.Scrollen am Smartphone ist wie ein Marathon fürs Gehirn: Die Bildschirmzeit kann man ver- ringern, indem man das Smart- phone auf Schwarz-Weiß- Modus stellt. So ist die Zeit am Handy weniger verlockend. Warum Erholung so wichtig ist Handys zeigen ihren Akkustand mit einem kleinen Batteriesymbol an. Ähnlich kann man es sich mit dem Powerlevel eines Men- schen vorstellen. Wenn wir uns anstrengen, ob im Erwerbsleben oder in der familiären Care-Arbeit, läuft im Körper ein Stresspro- zess ab, der Energie verbraucht. „Irgendwann fühlen wir uns müde und erschöpft. Wir re- agieren gereizter, manchmal steigt der Blut- druck, das Herz klopft schneller“, beschreibt Verena Haun die Symptome. Pausen wirken, als würde man die Batterie wieder aufladen. „Ermüdung und Stressreaktionen sind ganz normal und lassen sich durch Erholung um- kehren“, sagt die Psychologin. Kritisch wird es, wenn die Akkuanzeige ständig im roten Bereich steht. „Dann können die Beschwerden chronisch werden.“ Wer sich über eine länge- re Zeit schon morgens nach dem Aufstehen demotiviert und erschöpft fühlt, sollte das als Alarmsignal werten. Denn Erholung ist ein körperliches Grund- bedürfnis. Sie ist so wichtig für die Gesund- heit, dass sie auch als Grundrecht in der All- gemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen aufgeführt wird. Men- schen, die wenig oder nie Urlaub machen, haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreis- lauf-Erkrankungen und Frühsterblichkeit. Andersherum steigert Erholung das Wohlbe- finden, die Motivation und die Leistungsfä- higkeit. Artikel 24 der Charta nennt das Recht aller Menschen auf Freizeit und Erholung, auf eine vernünftig begrenzte Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub. Im Urlaub erleben wir Dinge, die beson- ders guttun und im Alltag oft untergehen: Wir schlafen mehr, sind mehr in Bewegung und stimulieren unseren Geist. Ein Beispiel ist der „Awe-Effekt“;: Die Psychologie meint damit das Gefühl von Ehrfurcht, wenn wir etwas sehr Eindrucksvolles betrachten, etwa einen Berggipfel oder einen prächtigen Tempel. Die- se Erfahrungen, die uns zum Staunen brin- gen, können uns empathischer, bescheidener und zufriedener machen. Das Herumlümmeln auf dem Sofa bringt uns zwar selten zum Staunen, trotzdem ist auch Faulenzen wichtig. Eine Studie der Uni- versity of York zeigte: Wer nach intensiver Denkaufgabe seinem Gehirn beim Spazieren- gehen oder Tagträumen etwas Ruhe gönnte, konnte im Anschluss komplexe Probleme »
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