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GESELLSCHAFT / Neue Wege IN DER WÜSTE Anselm Pahnke reiste in diesem Jahr unter anderem durch die Sahara. Ein Tuch schützt gegen auf- gewirbelten Staub AUF KLEINEM RAUM Wo Dinge im Wandel sind, fühlt sich Anselm Pahnke wohl. Aus einem ehemaligen Zirkus- wagen entstand ein Zuhause Ohne Ballast auf Sinnsuche Anselm Pahnke aus Freiburg ist Filmemacher und Tiny-House-Bauer. Sein Motto: ‚Wenig haben, viel sein“ Wer mit leichtem Gepäck unterwegs ist, gewinnt mehr Raum für Neues - im praktischen wie im übertrage- nen Sinne. Diese Erfahrung macht Anselm Pahnke (37) aus Freiburg immer wieder. So stellte der Ozeanograf und Geophysiker bei einer Reise mit dem Rad durch Afrika fest, dass er zu viele Ersatzteile mitgenommen hatte - und kein Platz mehr für den Einkauf von Essen und weiteren wichtigen Dingen vor Ort blieb. Was als dreiwöchige Tour mit zwei Freunden nach der Bache- lorarbeit geplant war, wurde zu einem insgesamt drei Jahre währenden Abenteuer im Solo-Modus: 40.000 Kilometer, 414 Tage, 15 Länder. Die Aufnahmen, die er dabei machte, wurden unter dem Titel „Anders- wo. Allein in Afrika“ als bester Dokumentarfilm 2019 mit dem Gilde-Filmpreis ausgezeichnet. (mehr unter anselmpahnke.de) Wie hemmend Ballast sein kann, er- fährt Pahnke, inzwischen als Filmemacher und Key- note-Speaker unterwegs, zuletzt in diesem Frühjahr bei einem dreimonatigen Dreh für die ARD in Marokko, als er Nomaden in der Wüste und im Hohen Atlas trifft: „Bewegung ist eine der grundlegendsten Überlebens- strategien des Lebens - die Suche nach fruchtbarem Boden, Sicherheit und Zukunft“, so seine Erkenntnis, „alles, was man mit sich herumschleppt, behindert.“ Dies könne man gut bei Schäfern beobachten: Nur mit wenigen Habseligkeiten und einem Stab ausgestattet, seien sie besonders ausgeglichene Menschen. „Wenig haben, viel sein“, lautet denn auch der Titel einer seiner Vorträge, die Pahnke bei großen Firmen hält. Dort geht er auf die Bühne - und schweigt zunächst eine Minute. In das Vakuum hinein stellt er sich vor: „Mein Name ist Anselm. Ich habe gelernt, mein Leben auf Unsicherheit aufzubauen.‘ Erkenntnisgewinn aus Reduktion, das er- innert an Diogenes. Anders als der griechische Philo- soph wohnt Pahnke zwar nicht in einer Tonne, aber in einem Tiny House. Mit anderen hat er im Schwarzwald ein Dorf für das Leben in den Minihäusern gegründet; Mitstreiter bei der Sinnsuche dort sind willkommen. » #3
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