Produkte im Prospekt
GESELLSCHAFT / Neue Wege Alt gekauft, neu geliebt Centaur-Redakteurin und Co-Autorin Oranna Arnold hat ein Faible für Mode und Design - und kauft fast alles secondhand Secondhand ist für mich kein Trend, sondern das Normals- te der Welt. Ich kaufe (fast) alles gebraucht - von Pflanztöp- fen, Esstischen, Lampen und Gartenliegen bis hin zu Schals, Taschen und jeglicher Art von Kleidung. Flohmärkte und Secondhand-Onlineplattformen bieten einfach alles. Ich liebe es, zu stöbern und mich inspirieren zu lassen. Und ja, ich gebe zu: Ich habe eine Schwäche für schöne Dinge - schöne Blu- men, schöne Designobjekte und schöne Kleidung. Auch mit zwei Töchtern (9 und 12 Jahre) funktioniert das gut. Die beiden sind es gewohnt, dass ihre Sachen schon ein Vorleben hatten. Ihr wünscht euch eine Schlaghose mit Glit- zer? Okay, lasst uns auf Vinted gucken! Oder auch bei Klein- anzeigen, wenn es schnell gehen muss und ich die Sachen vielleicht sogar in der Nachbarschaft finde. So lassen sich noch echte Schnäppchen machen. Außerdem frage ich mich vor jedem Kauf: Brauche ich das wirklich? Meist reicht es, eine Nacht darüber zu schlafen, um zu merken: eigentlich nicht. Klar gibt Momente, in denen es einfacher wäre, etwas neu zu kaufen. Aber eben selten und nur in Notfällen. Es fühlt sich gut an, den eigenen Konsum zu reduzieren und meine Leiden- schaft für Mode trotzdem mit gutem Gewissen auszuleben. LIEBLINGSSTÜCKE Oranna liebt es, auf Flohmärkten oder Secondhand-Onlineplattformen für sich und ihre Töchter nach schönen Dingen zu suchen 44 FREIHEIT Maren in ihrer 30-m2-Wohnung Verzicht ist Gewinn Interview mit Maren Kauer, Frugalistin und Minimalismus-Coachin aus Bamberg Was bedeutet Minimalismus für Sie? Maren Kauer: Minimalismus bedeutet für mich vor allem eines: eine große Befreiung. Es ist die Freiheit, mit weniger Besitz ein er- füllteres Leben zu führen. Durch unseren mi- nimalistischen Lebensstil sparen mein Mann und ich Geld, das wir in ETFs anlegen und so finanziell unabhängig werden. Ein weiterer Vorteil ist die Klarheit im Kopf - finanzielle Sorgen oder der Druck, ständig mehr haben zu müssen, sind weniger geworden. Minima- lismus ist für mich ein Lebensstil, der Zeit schenkt. Kein Verzicht, sondern ein Gewinn. Wie kam es dazu? Der erste Impuls war ein Bild von einem Tiny House. Diese Vorstellung, auf so kleinem Raum zu leben, war für uns damals unglaub- lich faszinierend. Es hat uns motiviert, uns in- tensiver mit Minimalismus zu beschäftigen, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt noch sehr viel besessen haben. Heute merke ich, wie zufrieden ich bin. Es macht mich glücklich, meine Zeit mit Lesen oder in der Natur zu verbringen, anstatt zu shoppen oder ständig zu putzen, zu suchen oder aufzuräumen. Haben Sie Tipps für uns? Es gibt die „10-Minuten-Regel“: Wenn eine Aufgabe weniger als zehn Minuten dauert, erledigen Sie sie so- fort. Oder die „72-Stunden-Regel“: Warten Sie 72 Stunden, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen. Das hilft, Impulskäufe zu vermeiden. . Fotos: Getty Images; Martin Hangen (2); privat (9); Stephanie Willing (2); Maris Wrede (3)
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