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NEUSTART Georgios war zwei Jahrzehnte lang obdachlos. StrassenBLUES e.V. hat ihm Wohnraum und Arbeit vermittelt man es seit der Vereinsgründung 2016 bereits geschafft, über 1.300 Menschen zusammen- zubringen und die gesellschaftliche wie kul- turelle Teilhabe von armutsbetroffenen Men- schen zu fördern. Nachhaltige Hilfe Maßgeblich für die Arbeit von StrassenBLUES e.V. sind nicht nur die Geldspenden, unter anderem von ROSSMANN-Führungskräften. Der Verein braucht Vermieter, die bezahlba- ren Wohnraum zur Verfügung stellen, und Ko- operationen mit Unternehmen. „Sehr wichtig ist jegliches individuelle Engagement“, meint Migut. Unterstützung beginnt für ihn damit, einem Obdachlosen ein Lächeln zu schenken und ein Gespräch mit ihm oder ihr zu suchen. Nachhaltige Hilfe entsteht vor allem dann, wenn Armut ganzheitlich angegangen wird. Erst im Zusammenspiel von Wohnen, Arbeit und sozialer Einbindung entsteht für Ob- dachlose eine echte Chance auf ein selbst- bestimmtes Leben. StrassenBLUES e.V. zeigt eindrucksvoll, wie das funktionieren kann. 76 Um helfen zu können, freut sich StrassenBLUES e.V. über Geldspenden und Ehrenamtliche, die Zeit oder Wissen spenden. Infos: strassenblues.de Im Gespräch mit ... ... dem Journalisten und Sozialunternehmer Nikolas Migut, Gründer von Strassen- BLUES e. V. (Hamburg) Wie sind Sie auf die Idee gekommen, StrassenBLUES e.V. zu gründen? Nikolas Migut: Als NDR-Fernseh- journalist habe ich 2012 mit mei- nem Kollegen nachts in der Bahn- hofsmission Berlin-Zoologischer Garten gedreht. Da stand plötzlich der obdachlose Alex vor uns und hat wie ein Profi vor der Kamera gesprochen. Ich habe ihn bis zum Morgengrauen durch die Hauptstadt begleitet. Dann war er so plötzlich weg, wie er gekommen war. Jahre- lang habe ich nach ihm gesucht - in Berlin, Hamburg, online. Anfang 2015 habe ich ihn über eine Obdach- loseneinrichtung in Neumünster endlich gefunden und besucht. Nach zehn Jahren auf der Straße hatte er eine Wohnung gefunden. Stolz hat er sie mir präsentiert. Die Wände wa- ren mit selbstverfassten Gedichten tapeziert. Alex erzählte, dass es sein Traum sei, seine Gedichte irgend- wann zu veröffentlichen. Tatsächlich haben wir 2015 zusammen mit der Arbeit an seinem Buch begonnen, das 2018 erschien. Alex schwebte im siebten Himmel. Für mich war die- ses Projekt der Startschuss, mich für obdachlose Menschen zu engagieren. Wie vielen Menschen konnte StrassenBLUES e.V. seit der Gründung helfen? Während der Corona-Pandemie habe ich mit Ehrenamtlichen die ersten Zimmer für obdachlose Men- schen organisiert, nachdem ich 2016 den Verein gegründet hatte. Wir neh- men vorzugsweise Obdachlose auf, die sonst durch soziale Raster fallen. Das ist in Hamburg mehr als ein Drit- tel der obdachlosen Menschen - eine Zielgruppe, die besonders schwer zu Fotos: Getty Images (2); Katharina Messmann; Josefin Arndt; Rebekka Müller
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